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Zurück zur Lust – Sex nach der Geburt

Posted on 7 Min Lesedauer

Die Geburt eines Kindes ist wohl eine der intensivsten Erfahrungen, die ein Paar machen kann. Alles ändert sich, aus der vertrauten Zweisamkeit wird plötzlich ein völlig neues Leben als Familie. Auch wenn in der ersten Zeit mit dem Baby Sex und Intimität zunächst eine zweitrangige Rolle spielen, stellt sich früher oder später die Frage, wann das Liebesleben als Paar wieder neu entfacht werden kann. Wir erklären euch alles Wichtige rund um das Thema und verraten euch auch, wie lange ihr am besten mit dem Geschlechtsverkehr warten solltet. Wir decken auf, welche Ängste sowohl Ihn als auch Sie im Vorhinein beschäftigen, wie ihr am besten verhütet und ob Sex nach der Geburt schmerzhaft sein kann.

Das erste Mal danach

Die Aufregung und Unsicherheit vor dem ersten Sex nach der Geburt kann sich genauso anfühlen, wie damals beim „allerersten Mal“, denn beide Partner wissen nicht genau was auf sie zukommen wird. War man zuvor im Bett ein eingespieltes Team, kannte den Körper des anderen in- und auswendig und wusste, was seinem Schatz gefällt, kann sich nun einiges geändert haben.

Die Frau hat ein Kind geboren und zwar genau dort heraus, wo nun sein Penis wieder hinein soll. Eventuell hat sie Geburtsverletzungen erlitten, die heilen müssen und sowieso bleibt die ersten Wochen zwischen Füttern, Wickeln und Liebkosen kaum Zeit. Doch stellt sich schon bald die Frage:

Wie lange müssen wir nach der Geburt warten?

Dazu gibt es keine allgemeingültige Regel die vorschreibt, wie viele Wochen und Tage ihr warten müsst. Gynäkologen empfehlen meist als grobes Richtmaß vier bis sechs Wochen Sexpause nach der Entbindung. Es spielen hauptsächlich drei Faktoren eine Rolle, anhand derer du feststellen kannst, ob du wieder bereit für Sex bist:

  • Die vaginalen Geburtsverletzungen (oder die Kaiserschnittnarbe) sind verheilt
  • Der Wochenfluss ist versiegt
  • Ihr habt beide Lust

Medizinisch spricht nichts dagegen auch während des Wochenflusses Sex zu haben. Die meisten Paare finden es jedoch angenehmer, zu warten bis es nicht mehr blutet.

Zudem ist das Infektionsrisiko in dieser Zeit noch sehr hoch, da durch die Ablösung der Plazenta eine offene Wunde in der Gebärmutter entstanden ist. Wenn ihr dennoch die Finger nicht voneinander lassen könnt, benutzt aus hygienischen Gründen unbedingt Kondome.

Wird es sich anders anfühlen?

Viele Frauen beschäftigt nach der Geburt die Frage, ob ihre Vagina nun weiter ist als vorher und der Partner dadurch eventuell weniger spürt. Hier ist eine gute Rückbildungsgymnastik das A und O. Wenn der Beckenboden wieder gestärkt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Gefühl beim Sex wieder genauso wird wie vor der Geburt und die Vagina sich in ihre ursprüngliche Form zurückzieht.

Wird es sich anders anfühlen?

Werde ich Schmerzen haben?

Je nachdem, ob es Geburtsverletzungen wie z.B. einen Dammriss gab und wie gut diese verheilt sind, kann es durchaus möglich sein, dass die frisch gebackene Mama zunächst noch Schmerzen bei der Penetration verspürt. Nimm dir genug Zeit für die Heilung und erkläre deinem Partner, dass es wichtig ist nichts zu überstürzen. Denn sonst kann es passieren, dass deine Vagina sich in Erwartung des Schmerzes verkrampft und der Sex noch unangenehmer wird.

Ganz wichtig beim ersten Mal danach: Fangt langsam an! Nehmt euch für eure erste intime Zusammenkunft nach der Geburt genug Zeit. Findet in Ruhe zu eurer Sexualität zurück und genießt ein ausgiebiges Vorspiel. Besonders stillende Frauen brauchen aufgrund des veränderten Hormonspiegels länger um in Fahrt zu kommen, denn das Stillhormon Prolaktin sorgt für eine verminderte Libido. Zudem trägt der niedrige Östrogenspiegel dazu bei, dass sie nicht so leicht feucht wird.

Scheut euch nicht, Gleitmittel zu verwenden und es gegebenenfalls auch erst einmal bei der gegenseitigen Befriedigung ohne Geschlechtsverkehr zu belassen. Wichtig ist, dass ihr beide euch wohlfühlt und keiner den anderen unter Druck setzt. Nähert euch langsam wieder an – Kuscheln, Küssen, Streicheln – all das hilft, um Schritt für Schritt intim zu werden und die Lust aufeinander zu entfachen.

Wenn ihr wieder Sex habt kann es für die Frau von Vorteil sein, eine Stellung zu wählen in der sie beeinflussen kann, wie tief der Penis in sie eindringt. Je nachdem, wie weit die Rückbildung schon fortgeschritten ist, kann es unangenehm sein, wenn er an der noch nicht vollständig zurückgebildeten Gebärmutter anstößt.

Sehr zu empfehlen ist die Reiterstellung. Dabei hat sie die Kontrolle und kann so weit gehen, wie es für sie angenehm ist. Auch die Löffelchen-Stellung ist gut geeignet, wenn der Penis nicht zu weit eindringen soll.

Findet er mich überhaupt noch attraktiv?

Jede Schwangerschaft verändert den Körper einer Frau. Auch wenn wir auf Instagram und Co. täglich Bilder von Mamas sehen, die kurz nach der Geburt im bauchfreien Outfit posieren und aussehen, als kämen sie gerade aus dem Trainingslager statt aus dem Wochenbett, haben in der Realität viele Frauen Probleme mit den körperlichen Veränderungen.

Die Haut am Bauch wurde durch die Schwangerschaft stark gedehnt und vielleicht hängt sie nun. Die Dehnungsstreifen sind noch nicht verblasst und zusätzliche Babypfunde halten sich hartnäckig auf den Hüften. Auch die Brüste haben durch Milcheinschuss und Stillen einiges mitgemacht und nicht zuletzt kann sich die Vagina auch äußerlich durch die Geburtsverletzungen etwas verändert haben. Diese Umstände verunsichern viele Frauen und lassen Zweifel aufkommen, ob ihr Partner sie überhaupt noch attraktiv findet.

Um diese Sorgen zu überwinden, muss man sie mit seinem Partner teilen und über diese Gefühle sprechen. Oft stört es Männer nämlich gar nicht und sie finden ihre Partnerin auch nach der Geburt noch genauso anziehend und sexy wie vorher. Zudem muss das erste Mal danach auch nicht unbedingt bei voller Beleuchtung stattfinden – dämmriges Licht kann dir helfen etwas weniger gehemmt zu sein, deinen neuen nackten Körper zu zeigen. Wenn du dann auch noch in schicke Dessous schlüpfst statt in Still-BH und Oma-Schlüpfer, gefällt das nicht nur deinem Partner, sondern trägt auch maßgeblich dazu bei, dass du dich in deinem Körper gleich viel wohler fühlst.

Findet er mich überhaupt noch attraktiv?

Verhütung

Das Kind ist gerade erst geboren, die Strapazen der Schwangerschaft und des Wochenbetts endlich überstanden – den wenigsten steht in der Zeit nach der Geburt direkt der Sinn nach weiterem Nachwuchs. Daher ist Verhütung nun wieder ein wichtiges Thema, über das ihr im Vorfeld sprechen solltet.

Kann ich überhaupt sofort wieder schwanger werden?

Die Antwort lautet hier ganz klar: Ja! Selbst wenn du seit der Geburt noch keine Periode  hattest, kann schon ein Eisprung stattfinden. Die Möglichkeit besteht also, wieder schwanger werden. Vor allem Frauen, die nicht stillen, werden meist innerhalb von wenigen Wochen nach der Geburt wieder fruchtbar, daher ist Verhütung unverzichtbar.

Glücklicherweise sind die Verhütungsvarianten heutzutage so vielfältig, dass auch für euch sicher das passende dabei ist:

Um sich für die passende Verhütungsmethode nach der Geburt zu entscheiden, kann ein Gespräch mit dem Frauenarzt hilfreich sein. Nicht alle Methoden sind zum Beispiel für stillende Mütter geeignet, da insbesondere bei hormoneller Verhütung die Hormone in die Muttermilch übergehen können. Auch ein Diaphragma, das vor der Geburt noch perfekt saß, passt danach vielleicht nicht mehr.

Kann ich während der Stillzeit schwanger werden?

Unter gewissen Voraussetzungen: Ja. Das Stillen kann keinen absolut sicheren Empfängnisschutz bieten und sollte nicht als verlässliches Verhütungsmittel angsehen werden.

Zwar hemmt das Stillhormon Prolaktin für eine gewisse Zeit die Aktivität der Eierstöcke, sodass kein Eisprung stattfinden kann, doch das tut es nur dann zuverlässig, wenn die Frau ihr Baby voll stillt. Das bedeutet, dass in 24 Stunden mindestens sechsmal gestillt wird und es  keine Pause gibt, die länger als sechs Stunden dauert. Anderenfalls sinkt der Hormonspiegel zu stark ab und es kann zu einem Eisprung und somit zu einer erneuten Schwangerschaft kommen, wenn ungeschützter Verkehr stattgefunden hat.

Wenn die Sex-Pause länger dauert…

Die Zeitspanne in der Paare nach der Geburt wieder gemeinsam sexuell aktiv werden, ist sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt dauert es drei Monate bis die Eltern wieder Geschlechtsverkehr haben. Doch während manche sogar schon wenige Wochen nach der Geburt ihres Kindes wieder starten, haben andere Eltern ein Jahr oder länger keinen Sex. Woran kann das liegen?

Da für den Mann die Schwangerschaft körperlich keine Veränderung mit sich gebracht hat, findet er meist schneller zur Lust zurück und möchte mit seiner Partnerin intim werden. Dahingegen brauchen Frauen meist länger, um sich wieder bereit für Sex zu fühlen. Beim Stillen und Kuscheln haben sie einen Großteil des Tages Körperkontakt mit dem Baby.

 „Ich fühlte mich dadurch fast schon mit Nähe übersättigt und wollte den Rest vom Tag meinen Körper einfach für mich haben. Da konnte ich keine weiteren Berührungen ertragen.“

Berichtete uns eine Mutter.

Auch Schlafmangel, Überanstrengung und Stress können Gründe sein, weshalb es in der ersten Zeit mit Baby keinen Raum dafür gibt, gemeinsam intim zu werden. „Wollen wir miteinander schlafen?“ heißt in diesem Fall eher, ein gemeinsames Nickerchen zu machen, wenn die Nacht mal wieder kurz war.

Natürlich kann es auch sein, dass sich der Mann zurückzieht und kein Interesse an körperlicher Nähe hat. Manche Männer brauchen Zeit um zu verarbeiten, was sie während der Geburt gesehen und erlebt haben.  Doch auch diese Erinnerungen verblassen irgendwann und dem gemeinsamen Liebesleben wird schon bald nichts mehr im Wege stehen.

Falls du dich fragst, wie du deinen Partner wieder aus der Reserve locken und in ihm die Lust neu entfachen kannst, kann dir die Sexgöttin-Methode helfen.

XOXO
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